Endlich Ferien!

Ferien

Endlich Ferien!

Ferien – das Wort riecht nach Sommerwind, nach Freiheit, zumindest für diese zwei Wochen.

Ferien, das heißt Seele-baumeln-lassen, irgendwo an einem Ort zwischen Strand und Bergen. Das schmeckt nach Gegrilltem, kaltem Radler und Erdbeeren. Jedenfalls für mich. Für viele heißt Ferien auch Erleben, weite Reisen, Fotos machen, Leute treffen – quasi im Schnelldurchgang nachholen, wofür im Arbeitsalltag kein Platz ist. Das große Glück und die erhoffte Entspannung stellt sich dabei nicht immer ein. Manchmal ist weniger mehr. Vor allem weniger Erwartungen an die Ferienzeit als paradiesischen Zustand. Vielleicht reicht es schon, einfach anzukommen im Hier und Jetzt, ob in Balkonien oder auf den Bahamas. Mal in sich hineinzuhorchen, Stille zu erfahren. Oder gute Gespräche zu führen.

Überhaupt – die Ferienfreiheit – sie ist ein Privileg. Früher mit vier kleinen Kindern waren Ferien etwas anderes. Da war Auszeit in der Hasenheide auf dem Spielplatz. Da fand der Sommer im Berliner Kiez Neukölln statt. Oder im Prinzenbad. Unser Familiensommer war immer wunderschön, voller Gelächter, Trubel und Nähe. Aber ohne Entspannung, Stille und Ruhe.

Für die Bäuerin, bei der ich gerne meine Kartoffeln kaufe, heißt Ferienzeit übrigens nicht unbedingt Freizeit, sondern im Gegenteil – die Taktzahl erhöhen. Es kommen Sommergäste. Gleichzeitig wachsen und gedeihen Tiere, Garten, Felder und erfordern viel Arbeit. Wegfahren, Ausspannen geht sowieso nur, wenn man eine Hofvertretung gefunden hat. Und auch dann – selbst wenn es nur wenige Tage sind – bleibt die Unruhe, ob zu Hause alles gut läuft.

Urlaub von der Pflege ist besonders wichtig

 

Und wie sehen Ferien aus für all diejenigen, die Angehörige pflegen? Sie brauchen diese Auszeit vielleicht mehr als andere, da sie in ihrem Alltag selten eine Auszeit haben. Aber auch wenn ein Familienmitglied aushilft oder ein Platz in der Kurzzeitpflege gefunden ist, die Gedanken bleiben zu Hause. Wie werden die alten Eltern oder Großeltern die Abwesenheit verkraften – vor allem, weil sie vielleicht nicht verstehen, dass man ja bald wiederkommt? Sein Päckchen wird man irgendwie doch nicht los. Damit das Päckchen aber leichter wird, brauchen wir dringend mehr Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige. Und zwar jetzt. Schluss mit bloßer Ankündigungspolitik und her mit lebensnahen mutigen Hilfen. Das wünsche ich Ihnen sehr. Wie sehen Sie das? Und wenn sie einen Rat haben, wie das gelingen kann, freue ich mich darauf!

Ihre

Elisabeth Scharfenberg

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